Angelpraxis

10 Tipps um Schnurverhedderungen vorzubeugen

Ärgerlich: die teure Schnur ist unbrauchbar geworden und muss entsorgt werden.

Jeder Angler hatte schon einmal das Vergnügen   das sich beim Werfen plötzlich eine  unlösbare Verhedderung in der Schnur bildet. Diese werden auch

Perücken genannt und   können einen schon einmal den Angeltag vermiesen. Lässt man diese auch nur teilweise in der Schnur und hat einen Knoten kann das auch mal einen Fisch kosten, da vor allem solche Knoten die Schnur stark schwächen.

Wenn es schon zu spät ist

Falls man eine  leichte Perücke in der Schnur hat lässt sich diese oft noch leicht lösen. Wichtig ist dabei nichts zuzuziehen und geduldig alles zu lockern. Leider ist die Gefahr groß, dass  die Schnur an der Stelle noch einmal eine Perücke bildet, vor allem bei monofiler (Memory Effekt).

Rolle Überprüfen

Stationärrollen haben  vom Design her ein Problem: die Schnur wird umgelenkt und das  kann Drall  (also eine

Diese Rolle wickelt selbst eine 0,08 `er geflochtene sauber auf. Gut auch zu sehen, die Schraube vom Bügel mit der das Schnurlaufröllchen gelockert werden kann.

Drehung in der Schnur) verursachen.  Dieser Drall soll durch das Schnurlaufröllchen verhindert werden. Läuft dieses einmal nicht richtig oder nur zu schwer hat man sehr schnell  Perücken. Um das zu Überprüfen, kann man ganz einfach  etwas Schnur mit Druck über das Schnurlaufröllchen bewegen und  schaut ob es sich bewegt. Oftmals ist dies nicht so  leicht zu sehen.  Falls es sich nicht bewegt sollte man  erst einmal versuchen die Schraube neben dem Schnurlaufröllchen etwas zu lockern (links im Bild gut sichtbar). Hilft das immer noch nichts sollte man einmal das Schnurlaufröllchen auseinander nehmen und Ölen.

Ein weiteres Problem kann eine schlecht wickelnde Rolle sein.  Besonders problematisch wird eine solche Rolle in Kombination mit  geflochtener Schnur. Ist das Schnurbild nicht sauber sollte man lieber Monofile Schnur nehmen.

Inzwischen wickeln aber die meisten Angelrollen vernünftig   top Spinnrollen findet ihr in meiner  Marktübersicht hier auf angeltests.de >>

Vor dem Aufspulen der Schnur

Monofile Schnur kann man weicher bekommen, indem man sie vor dem Aufspulen ca. eine halbe Stunde in  handwarmen Wasser einweicht. Somit passt sich die Schnur viel schneller an die neue Spulengröße der Rolle an und kann schneller verwendet werden

Die Schnur richtig aufspulen

Wird die Schnur von Anfang an falsch auf die Angelrolle gespult ist Ärger schon vorprogrammiert, egal wie gut die Angelrolle  die Schnur aufwickelt. Deshalb schreibe ich hier noch einmal wie es richtig geht und wie es nicht geht.

Wie es nicht geht (aber weit verbreitet ist)

Die Spule mit einem Stift von einem Helfer festhalten zu lassen  und dann die neue Angelschnur aufzukurbeln ist zwar relativ bequem und erscheint logisch ist aber ungefähr die schlechteste Methode, da hier die Schnur um 90°  verdreht wird. Das bewirkt, das  die Schnur schnell von der Rolle springt.

Angelschnüre kann man auf verschieden großen Spulen kaufen

Die  beste und einfachste Methode

Deutlich besser ist es die Spule auf den  Boden zu legen und mittig zu beschweren oder  flach an die wand zu fixieren (etwa mit einem Nagel), dann die Schnur durch Ringe einer Rute zur Rolle   zu führen. Nun ist  der Arbor Knoten oder Spulenknoten  der richtige, um die Schnur um die Spule zu knoten. Anmerkung: die Anleitung ist für Rechtshänder, Linkshänder können dann jeweils die andere Hand nehmen, als hier beschrieben.

Anschließend  hält man die Schnur mit einem feuchten Tuch in der rechten Hand  auf höhe des Leitrings fest und übt etwas Druck auf die Schnur auf, damit sie fest aufgespult wird. Der Leitring ist der Rutenring, welcher am nächsten zur Rolle ist. Kurbeln  tut man am besten mit der rechten Hand und klemmt die Rute zwischen die Beine. Wenn man nach  ein paar Umdrehungen die Schnur locker lässt und feststellt, das sie   außer ihrer natürlichen Ringe keine weiteren Bildet und  sich nicht anfängt zu verfangen, dann ist alles perfekt.  Ansonsten muss man einfach die Spule um 180° drehen und nun geht die Schnur richtig ab.

Ziel ist es das die Schnur mit derselben Drehung wieder auf der Rolle  gespult ist, wie sie schon auf der  Ursprünglichen Spule gewickelt war.

Ein paar weitere Tipps zum richtigen Aufspulen

Mit diesen Tipps kann man ebenfalls ärger vermeiden, werden sie nicht beachtet kann dies auch der Grund für Schnurperücken sein.

  • Die Spule nicht überfüllen 2-3 mm  unter dem Spulenrand, dann ist die Spule ausreichend voll
  • Die Schnur darf nicht zu heiß beim Spulen werden. Das wird sie mit zu hohem Druck, denn die Schnur wird dabei beschädigt
  • Zu wenig Druck so das die Schnur durchhängt ist auch nichts, etwas Spannung muss schon immer sein

Nach dem Aufspulen der Schnur

Nach dem Aufspulen sollte man nicht sofort ans  Wasser gehen und  die Schnur wenigstens 2-3 Tage ruhen lassen. Kommt  die Schnur nämlich von einer größeren Rolle, was ja eigentlich immer der Fall ist, muss sie sich erst an den neuen Spulendurchmesser „gewöhnen“ hier kommt wieder der Memory Effekt von Angelschnüren zum tragen.

Bügel nicht automatisch umklappen

Hier ist ein  Tipp den nicht viele wissen dürften:  den Schnurfangbügel nach jedem Wurf von Hand umzuklappen schont nicht nur die Feder und den Mechanismus, sondern es verhindert auch Perrücken. Das Umklappen des Bügels nimmt  nämlich die Synchronizität aus den Anti Twist Mechaniken einer Stationärrolle. Somit ensteht jedes mal etwas drall tief unten in der Spule (man hat ja gerade ausgeworfen) den bekommt kein Wirbel mehr einfach so raus und nach vielen Malen der Wiederholung kommt dann die Perrücke.

Hänger nicht über die Rolle Lösen

Löst man Hänger über die Rute oder direkt über die Rolle riskiert man nicht nur sein Angelgerät kaputtzumachen, sondern die ersten Schichten der Schnur auf der Rolle schneiden sich tiefer in darunterliegende Schnurschichten  ein.  Wirft man nun  aus löst sich die Schnur ungleichmäßig von der Rolle, falls sich die Schnur tief genug eingeschnitten hat kann sie darunterliegende Schnur auch beschädigt haben oder bleibt komplett hängen, was in beiden Fällen mit  einem sehr weiten Wurf des Köders aber   einer gerissenen Schnur einhergehen kann. Jeder hat  bestimmt schon mal gesehen, wie weit unser Köder eigentlich fliegen kann, wenn die Schnur nicht mehr mit ihm verbunden ist….

Bei fast allen Montagen ist ein Wirbel essentieller Bestandteil. Es kann nur bei wenigen Ködern darauf verzichtet werden.

Wirbel benutzen

Vernünftige Wirbel verhindern relativ zuverlässig Drall in der Schnur. Für leichte Köder sind  normale Tönnchenwirbel völlig ausreichend. Beim Forellenangeln   mit Spirolino  sind doppel bis Dreifachwirbel ideal, um ein verdrehen der Schnur komplett zu unterbinden.

Mit schweren Ködern und beim Angeln   mit Löffeln und Blinkern sollte man sich überlegen Kugelgelagerte Wirbel zu verwenden. Solche Wirbel drehen sich auch noch unter großen Zugkräften in beide Richtungen noch zuverlässig.

Vernünftige Schnur benutzen

Besonders steife  monofile Schnur bildet schnell Perrücken. Daher sind weiche Schnüre für Anfänger oft besser geeignet.  Der Einsatz von Qualitativ hochwertigen Schnüren sorgt für weniger Frust beim Angeln. Meine Empfehlung sind geflochtene Schnüre von Climax oder bei monofilen Shimano Technium. Tatsächlich hatte ich mit beiden dieses Jahr bei  über 250 Angeltagen  vielleicht 2-3  Perücken.

Einen Test verschiedener geflochtener Schnüre findet ihr hier auf Angeltests.de >>

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Chris

Seit über 20 Jahren völlig angelverrückt und absoluter Allrounder. Mehr Infos über mich und die Website sind in der Seitenleiste verlinkt.

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