Ratgeber

Angelausrüstung für den Anfänger – Ein Guide mit Empfehlungen

Als Angelanfänger frisch nach der Prüfung fragt man sich meist: welche Rute ist die richtige für mich und was brauch ich  an Gerät und Zubehör für den Start in das Anglerdasein. Da zu Beginn der Anglerkariere auch oft viele Anschaffungen stattfinden, ist das Budget bei dem ein oder anderen vielleicht auch knapp. Eines vorweg: so viel braucht man gar nicht  investieren, um gut gerüstet seine ersten Fische zu landen. Dieser Ratgeber soll dem Angelneuling zeigen, was man als Angler wirklich braucht und was  überflüssige ist. Fast alles an Angelzubehör dient mehr oder weniger der Bequemlichkeit und ist nicht zwingend notwendig. 

Das kann eine komplette Angelausrüstung für Anfänger kosten

Je nach Anspruch bekommt man für rund 100€ schon seine Rute, Schnur und Rolle. Noch einmal 100-150€ verschlingen Angelzubehör, wie  etwa   wichtige Kleinteile: Haken, Wirbel, Blei, Schwimmer und ähnliches. Auch ein Kescher sollte dabei sein. Man kann natürlich auch für alles notwendige nur 100€ investieren,  das  wäre aber etwas knapp  bemessen  und der Frust kann schnell sehr groß sein. Wer zu billig kauft, kauft zweimal heißt leider die altbekannte Regel. Eine klemmende Rollenbremse oder eine Rute, mit der man schlecht werfen kann, können einem  den Angelspaß schnell verderben.

Wer mehr ausgeben möchte oder schon genauer weiß, was er will.

Es gibt mehrere Ansätze für den Angler, der schon weiß auf welchen Fisch er es abgesehen hat. Hier darf dann ruhig etwas mehr ausgegeben werden. Entsprechende Tests und Marktübersichten dazu finden sich oben im Menü oder in anderen Ratgeber Artikeln.

Kapitaler Karpfen aus See
Für solche Karpfen braucht es schon eine stärkere Rute

Spinn-, Posen- oder Grundangelausrüstung?

Angel ist nicht gleich Angel! Jede Angel hat einen anderes Einsatzgebiet, auch wenn es Ruten gibt, die eher Allroundmäßig sind. In erster Linie entscheiden die Grundeigenschaften wie Länge, Wurfgewicht und Rutenaktion für was eine Rute sich am besten eignet.

Man muss sich noch nicht gleich am Anfang seiner Hobby Laufbahn entscheiden welche Angeltechnik man lieber möchte. Die meisten Angler wollen nach bestandener Fischerprüfung gleich Spinnfischen, weil das natürlich die aktivere Angelart ist.

Spinnruten sind meistens etwas teurer als Ruten, die für das Ansitzen mit Grund oder Posenrute konzipiert wurden. Spinnruten sind vor allem leichter gebaut aber nicht unbedingt schwächer. Natürlich  lassen sich mit einer Spinnrute auch andere Angeltechniken ausführen. Umgekehrt macht das Spinnfischen mit der schweren Karpfenrute nur wenige Würfe Spaß, danach wird die Rute einfach zu schwer und unhandlich.

Für das Angeln mit der Pose sind eher längere und weiche Ruten vorzuziehen, um lange Montagen noch gut werfen zu können. Aber auch hier sind längere Spinnruten hervorragend geeignet solange man kein zu hartes Model wählt.

  • Mit einer Spinnrute ist man also relativ flexibel  als Allrounder aufgestellt
Chris Tipp: Mein persönlicher Ratschlag ist, auch wenn das Spinnfischen spannender erscheint auch mal einen Ansitz zu probieren. Es ist nicht weniger erfolgreich und man kann deutlich weniger Fehler machen, einfach einen Wurm, Maiskorn oder Köderfisch auf Grund legen. Fast alle Fischarten mögen Würmer. Somit hat man mit dem Klassiker aller Köder Chancen auf fast alles! Selbst Hechte werden auch mal mit dem Wurm gefangen, natürlich aber nur mit viel Glück und als Zufallsfang

Allround Combo

Leider gibt es keine rundum glücklich Combo, sondern man muss sich zumindest entscheiden, ob man eher eine schwere oder leichtere Combo haben möchte. Wer am Fluss auf Karpfen oder Hecht angeln möchte oder gar mit   Futterkörben, der sollte eher zu der schweren Combo greifen.

Wer an Seen oder Stillgewässern angeln möchte oder am kleineren Fluss mit schwacher Strömung angeln möchte dem reicht oft eine leichtere Rute bis 40 oder 50g. Wer erst einmal viel auf Barsche oder Forellen angelt, kann auch noch einmal heruntergehen auf ein Wurfgewicht von maximal 25 bis 30g. Generell gilt auch das man als Uferangler besser zu Ruten ab 2,7m  oder 3m greifen sollte. Solche längeren Ruten erlauben weitere Würfe und  haben gleichzeitig bessere Drilleigenschaften.

In der Fisch und Fang gab es immer wieder die 100€ Aktion (siehe Video), mit der ein bestimmter Fisch mit einer Ausrüstung für eben diesen Preis gefangen werden muss. Das Video zeigt ganz klar, dass eine Rute mit einem Wurfgewicht bis 50 Gramm selbst starken Karpfen in einem langsam fließenden Fluss Paroli bieten kann. Noch eine Anmerkung zum Video ein Kescher, sowie Messer etc. sind nicht bei den 100€ dabei und die Kleinteile sind auch nur für diesen Tag gedacht. Meine Tipps weiter unten im Beitrag gehen davon aus, dass du  mehr Kleinteilen, als nur für einen Tag brauchst. Noch ein Kommentar zum Video: ich finde es etwas kritisch in einem so verkrauteten Gewässer, wie am Ende auf Karpfen mit einer 25`er monofilen Schnur zu angeln aber das müssen die Jungs von der F&F schon selber wissen.

Die ideale Einsteigerrute

Für mich hat die Ideale Einsteigerrute für den Allroundangler folgende Eigenschaften:

  • Die Spitze sollte etwas weicher sein,  denn sie dient als klarer Bissanzeiger und verzeiht Fehler im Drill. Bei den gängigsten Angelmethoden hat man nur beim Jiggen mit Gummifischen eventuell kleine Einschränkungen.
  • Eine Länge von 2,4 bis 3 m ist für Uferangler ideal
  • Das Wurfgewicht richtet sich nach der Ködergröße und den hauptsächlich zu befischenden Gewässern
  • Ob Kork oder Moosgummigriff ist reine Geschmackssache
  • Das Transportmaß spielt natürlich auch eine Rolle

Teleskop oder Steckrute?

Ich empfehle auf jeden Fall eine Steckrute. Man hat zwar beim Transport den Nachteil (Achtung Autotüre!), doch sind Aktion und Robustheit sowie Gefühl für das Angeln viel besser mit einer Steckrute. Für das einfache Grundangeln oder angeln mit der Pose sind allerdings Teleskopruten  ausreichend und oft praktischer. Eine große Übersicht über Teleruten auch mit allen Vor- und Nachteilen gibt es hier.

Die Angelrolle

Die Rolle muss sauber und gleichmäßig die Schnur aufwickeln und eine gut anlaufende Bremse haben. Eine Rolle, die schlecht wickelt neigt dazu Perücken zu werfen. Weiterhin  sollte sie sehr leichtgängig sein und die Kurbel soll bei zugedrehter Konterschraube kein Spiel haben. Die Rollengröße sollte bei der leichten Combo eine 2000`er oder 3000`er sein und bei der schweren eher eine 4000`er bis  5000`er, vor allem wenn man  zum Beispiel auf Karpfen angeln möchte. In letzterem Fall würde ich zu einer Freilaufrolle >> greifen.

Kleine Information zur Rollengröße: manche Hersteller nennen ihre Modelle in einer Serie 210, 220, 230 etc. dann ist die 210`er Rolle eine 1000`er und so weiter.

Eine große Übersicht über Spinnrollen, die etwas taugen>> habe ich hier erstellt.

Die Schnur

Als Schnur reicht in der Regel erst einmal eine Monofile Schnur, da diese erheblich günstiger ist. Teure Markenschnüre sind nicht unbedingt besser als günstige, sofern man nicht zu den wirklich teuren Marken wie Stroft greift, aber dann  kann man auch von dem Geld  eine gute  geflochtene Kaufen. Nur wer gleich mit Gummifisch am Jigkopf loslegt oder extreme Wurfweiten an seinem Gewässer braucht, der greift von vornherein zu geflochtenen Schnüren. So ist man mit einer 25`er Mono bei der leichten Combo oder einer 35`er Mono an der schweren Combo gut beraten.

Kescher und Landehilfen

Je größer der Kescher, desto bequemer lassen sich auch die Fische keschern. Meine Empfehlung ist auch hier wenn möglich lieber etwas mehr zu investieren. Der Fisch soll auch nicht gerade so in den Kescher passen, sondern  problemlos durch die Öffnung passen. Eine Übersicht über Allround und Spezialkescher gibt es hier  auf Angeltests.de >>. Ich persönlich bin mit dem Cormoran Ultrastrong Kescher sehr zufrieden auch das Bärenstark Modell von DAM ist empfehlenswert.

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Ohne Hakenlöser und Maulsperre  gibt es hier eine „blutige Finger Garantie“.

Fertigsets

Von den meisten Fertigsets bin ich meist eher weniger begeistert. Erstens wird um eine attraktive Masse an „Teilen“ zu erreichen einiges an billigen Schrott hereingetan, der zwar verlockend aussieht, aber oftmals wenig taugt.  Lieber anständig im Angelladen beraten lassen oder sich im Internet umschauen, was man wirklich braucht. Dazu ist dieser Artikel hier ja auch gedacht.

Die Fertigangelsets beim Discounter sind meistens gar nicht mal so schlecht. Zumindest die Ruten und Rollen sind für Einsteiger völlig OK. Die Kleinteileboxen hingegen habe ich mir zwar auch schon gekauft,  aber wirklich toll fand ich die nicht.

Die Empfehlung:  Ruten und Rollen Combos zum Spinnfischen und Ansitzen

Wie oben erwähnt empfehle ich  für den flexiblen Angler lieber eine Spinnrute  zum Start ins Anglerleben, da sich mit ihr  sowohl Grund, Posen als auch selbstverständlich Spinnfischen lässt. Dies sind einfach nur Vorschläge von soliden Ruten, aus dem günstigeren Preissegment, die auch in anderen Artikeln empfehle und für besonders Anfängerfreundlich halte.

Die mittlere Combo

In der Tabelle ist hier monofile Schnur aufgeführt, natürlich ist auch die Geflochtene gut geeignet, vor allem wenn du vorrangig Spinnfischen willst. Die Combo eignet sich eigentlich für alles Außer das werfen von sehr leichten Spinnködern oder das Angeln auf Wels, Großhecht oder Karpfenangeln.

RuteRolleSchnur
Sänger Pro-T Black FTA Spin

Sänger Spin T black Spinnrute
Daiwa Legalis LT
Daiwa Legalis LT Angelrolle an Rute
Shimano Technium invisitec

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Preis Leistungstechnisch einfach sehr gut und die hier verlinkte 2,4 m Version ist sehr universell einsetzbar.Die Rolle ist einfach nur sagenhaft für den Preis und dreht sich fast von alleine. Sie ist außerdem deutlich leichter als die nächst teurere Fuego LT von Daiwa,Zu der Rute mit 10-40 g Wurfgewicht würde ich eine 0,12-0,14 mm geflochtene oder eine 0,25`er monofile empfehlen

Die schwere Combo

RuteRolleSchnur
Daiwa Procaster
Daiwa Ninja 4000A
Daiwa Ninja Spinrolle
Climax Mig8 (0,18`er)
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Rute mit ordentlich Wums und keine Angst vorm großen Hecht. Die Rute hat eine gute Rückmeldung und ist relativ steif.Natürlich ist auch die bei der mittleren Combo empfohleneDie Climax Mig8 war in meinem Schnurtest>> die beste geflochtene Schnur. Ich fische sie seit einer Saison auf meiner Hechtspinncombo und bin auch hier höchst zufrieden.

Beide Combos sind um die 100-130€  und damit  eher günstig  aber einfach gut.

Von links nach rechts: Fischtöter, Messer, Zange, Hakenschärfer, Hakenlöser, Schere und Maßband kommen beim Angeln immer mit.

Die wichtigsten Kleinteile und sonstiges Angelzubehör

Hier findest du eine Liste des wichtigsten Angelzubehörs, damit du siehst, was du für den Start ins Anglerleben brauchst. Dabei stehen immer noch ein paar Tipps, damit du dich richtig entscheiden kannst.

  • Angelhaken sind beim Angeln bekanntlich neben der Schnur das wichtigste, denn ohne sie kein Fisch.
    Angelhaken (2)
    Ob fertig gebundene  oder lose zum selber binden, ohne Haken geht natürlich nichts.

    Hakenpäckchen mit fertig gebundenen Haken gibt es eigentlich überall zu kaufen und sie ersparen einem Fummelei am Wasser. Wenn man sich die Haken aber einzeln kauft hat man aber den Vorteil die Qualität und Art des Hakens genau bestimmen zu können und die Vorfachstärke ebenso frei zu wählen. Wenn man mit Maden und anderen Ködern fischt die leicht auslaufen, sind eher dünndrähtige Haken empfehlenswert.

    Auch wenn der Anhieb spät kam, so sitzt der Haken doch perfekt im Maulwinkel der Schleie. Die Arterienklemme leistet  hier gute Dienste beim Hakenlösen.

    Ansonsten sind etwas dickdrähtigere Haken gut, welche nicht so schnell aufbiegen.

  • Hakenlöser –    um den Haken vom Fisch lösen zu können, insbesondere, wenn man ihn zurücksetzen möchte oder sogar   muss, ist ein Hakenlöser Pflicht. Für kleine Fische empfehlen sich kleine Plastikhakenlöser. Für Raubfische und größere Fische sind Arterienklemmen das Beste! Bei dem einfachen Hakenlöser  wird die Schnur in einen der Schlitze eingefädelt und anschließend wird der Hakenlöser in das Maul des Fisches eingeführt, um den Haken nach hinten zu lösen.
  • Wirbel – Sie verhindern Schnurdrall, der entsteht, wenn sich der Köder sich  durch Strömung oder einholen der Schnur dreht. Dieser Drall überträgt sich auf die Hauptschnur und Perücken sind die Folge. Ich verwende entweder Qualitätswirbel von Spro oder aber günstige Modelle wie diese Tönnchenwirbel, die kaum schlechter als die von Spro sind aber dafür um so günstiger.
  • Messer – teils gesetzlich vorgeschrieben! Ein Messer macht es leicht die Schnur zu schneiden, sich etwa einen Rutenständer zu basteln und natürlich um Fische waidgerecht zu töten.  Ich persönlich bevorzuge ein Filetiermesser.
  • Rutenhalter – zum Ansitzangeln wichtig. Richte  am besten  Rutenhalter, Rute und Schnur immer in einer Linie aus, damit der Fisch wenig Widerstand spürt. Ein Rod Pod ist zwar praktisch, aber ein guter kostet Geld. Für den Anfang tun es auch einfach Rutenhalter mit Gewinde. Dort kann man dann auch einen elektronischen Bissanzeiger hereindrehen (die günstigen tun es fürs Erste).
  • Schwimmer – für fließende Gewässer sind eher dickere  Modelle geeignet, während für Seen feinere und dünnere zum Einsatz kommen.
  • Blei – eine Bleischrot Box sollte immer dabei sein. Außerdem eine Auswahl an Bleigewichten für verschiedene Situationen.  Gerne benutze ich Tiroler Hölzl, da diese an steinigen Gewässern kaum Hänger produzieren und an schlammigen Seen nicht komplett einsinken.  Als Gewicht kann natürlich auch ein Futterkorb dienen.

Bleischrotbox

  • Kunstköder – ein paar Spinner oder Blinker in der Box zu haben schadet nie. Genauso wie ein paar Gummifische oder 1-2 Wobbler. Die Auswahl ist aber zu groß als das ich hier irgendwelche Tipps geben möchte.

Vorschläge für eine günstige Ausrüstung an allem wichtigen

AngelhakenLixada Hakenbox
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HakenlöserPlastikhakenlöser
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Arterienklemme
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WirbelGute no name Tönnchenwirbel
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Spro Wirbel
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SchnurSpiderwire Smooth 8
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Monofile von Sänger
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KescherCormoran Ultrastrong
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MesserBalzer Outlaw
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Filetiermesser
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BissanzeigerElektronischer Bissanzeiger
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RutenhalterEinfache Teleskoprutenhalter
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Ich  hoffe ich konnte dir beim zusammenstellen  der  ersten Angelausrüstung den ein oder anderen Tipp geben konnten. Für Fragen Kommentare und Feedback bin ich immer offen einfach die Kommentarfunktion nutzen!

 

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Chris

Seit über 20 Jahren völlig angel verrückt und absoluter Allrounder. Mehr Informationen über mich und die Website findest du hier.

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