Angeln in der Adria – Kroatien

Bucht in Kroatien
Die tyische Landschaft in Kroatien sind oft steil ins Wasser fallende oder zumindest recht felsige Küsten

Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele und für viele geht es dabei an das Meer oder an einen der vielen Seen und Flüsse in dem schönen Land an der Adria. In diesem Beitrag möchte ich euch alles mit auf den Weg geben, um dort erfolgreich fischen zu können. Vor allem das Angeln an der Adria ist gar nicht mal so einfach, wenn es auf größere Fische gehen soll, während die Flüsse, Seen und Bäche unseren sehr ähnlich sind auch was die Fischarten betrifft.

Angelschein: Angellizenzen in Kroatien

Zunächst einmal zur Frage, welche sich die meisten deutschen Angler sofort stellen werden: Brauche ich einen Angelschein? Ganz so kompliziert, wie bei uns ist das ganze nicht, dennoch braucht es sowohl für das Süßwasser, als auch für das Meer eine Angelerlaubnis. Eine Prüfung ist nicht notwendig. Leider ist diese auch nicht ganz günstig Preise könnt ihr der Tabelle unten entnehmen. Ihr bekommt die Lizenz sowohl in jedem Angelladen, als auch an fast allen Postbüros „poschta“ ausgesprochen. Außerdem noch in den Ämtern für Landwirtschaft und Fischerei.

 

Preise für die Adria Angelerlaubnis in Kroatien

Preis (HRK)Preis (ca. in € gerundet)Dauer der Erlaubnis (Tage)
6081
150203
300407
7009530

Für die Seen und Flüsse gibt es auch Angellizenzen, dabei ist es oft so das man gleich eine Angelkarte für die ganze Gespannschaft (in etwa einem Landkreis) bekommt. Diese muss auch wieder abgegeben werden, falls eine Fangliste auszufüllen ist, was am Meer nicht der Fall ist. Natürlich gibt es auch Privatgewässer und Gewässer an denen das Angeln verboten ist informiert euch darüber. Manchmal gibt es auch Angellizenzen in Bars zu kaufen. Meine Taktik war, wenn ich nicht rausfinden konnte, wo die Karte zu bekommen war, dann bin ich einfach an das Gewässer gefahren und habe die einheimischen Angler gefragt. Viele Kroaten können auch sehr gut Deutsch oft besser als Englisch! Trotzdem sollte man mit einem freundlichen „Dober dan“ also guten Tag beginnen.

Die Gastfreundschaft ist oft sehr groß, wenn man sich benimmt und die Einheimischen Angler herausgefunden haben, dass man genauso verrückt nach Angeln ist, wie sie. Dann gibt es oft wirklich die besten Tipps und Hot spots. Die besten Angelstellen werden verraten die, die meisten Angler hierzulande nicht einmal ihrem besten Freund sagen würden.

Angeln ist ein Volkssport in Kroatien und genießt ein hohes Ansehen.

Die Besonderheiten an der Adria

Das Wasser in der Adria ist ohne Wellen oft fast unreal klar.

Das schöne am Meer ist das nicht in dem Maße Fische besetzt werden, wie bei uns im Süßwasser und fast alles beißen kann, was da schwimmt. Man weiß nie, was an der Angel hängen wird und auf die üblichen Köder kann von der 5 kg Dorade bis hin zum kleinen Felsenfisch alles beißen. Gerade das macht das Angeln am Meer ja so spannend und faszinierend.

Die Adria ist relativ Nährstoffarm und daher wahnsinnig klar. An ruhigen Tagen sind die Sichtweiten unter Wasser unglaublich und daher sehen die Fische eure Schnur auch besonders gut! Daher mein persönlicher Rat: benutzt egal was ihr macht Fluorocarbon Vorfächer und angelt so fein wie möglich so stark wie nötig. Angelt ihr an Hängerträchtigen Stellen oder Steinmohlen sollte schon eine ordentliche Schnur an der Angel sein etwa je nach Zielfischart eine 0.25-0.35`er Mono langt aber meist vom Ufer.

Fast alle Fische sind kleine Räuber und nehmen auch gerne Köderfische oder alles was fischig ist.

Hot Spots Gute Angelstellen in der Adria

Hafeneinfahrt mit Steinpackung
Hafeneinfahrten sind immer top stellen. Achtung wer hier auf Grund angelt muss mit vielen Hängern rechnen.

Eine Top Angelstelle am ganzen Mittelmeer, wie auch in der Adria sind natürlich Häfen und Hafeneinfahrten. In Häfen dürft ihr meist nicht angeln, das braucht man aber auch nicht unbedingt die Steinpackungen rund um die Einfahrt oder die Mauern sind top Angelstellen. Oft ziehen große Fische abends in die Häfen ein, um dort den kleinen Fischen nachzustellen.

Flussmündungen sind ebenfalls gute Angelstellen. Hier ziehen abends die Wolfsbarsche in den Fluss und auch Meeräschen, sowie viele weitere Fische sind zu erwarten.

Wie auch bei uns so mögen Fische stellen, welche sich von der restlichen Unterwasserlandschaft abheben Felsen am und im Wasser sind gute Stellen, sowie abwechslungsreicher Meeresgrund inbesondere dort, wo Sand in Gestein Übergeht sind top für Doraden,

Die beste Angelzeit

In der Dämmerung angeln ist nicht nur schön, sondern man hat auch die besten Chancen auf größere Fische

Am besten beißt es Abends und morgens um die Dämmerungszeit. Bis 10 Uhr morgens ist oft etwas los am Wasser, dannach wird es weniger und am Tage beißen meist nur kleinfische und Meeräschen. Die Ausnahme von der Regel sind Zanbrassen (Dentex dentex), diese beißen von der Morgendämmerung bis in den Abend aber eigentlich nie nachts.

Generell beißt ansonsten alles größere auch nachts! Die beste Saison ist leider eher vom Herbst bis ins Frühjahr. Der Sommer gilt eher als schlechte Jahreszeit, jedoch ist dann mehr an Flussmündungen los.

Die besten Naturköder am Meer

  1. Sardinen: gibt es in jedem größeren Supermarkt auch gefroren, allerdings werden diese dann sehr weich. Am besten ihr habt frische. Diese können dann im ganzen oder als Stücke (1-3cm)
    Das Ködergummi stört die Fische rein gar nicht

    auf den Haken. Am besten ihr benutzt dann Bait elastic einen Gummi um die Sardine vor harten Würfen und kleinen Fischen zu schützen. Leider werdet ihr an den meisten Stellen nach 5 Sekunden schon bisse von kleinen Fischen haben, welche euch die Sardine abknabbern. Nachts habt ihr davor aber ruhe. Daher fische ich nur nachts mir Sardinenstückchen. Oft beißen dann auch Conger.

  2. Tintenfischstückchen: Diese überleben die knabber und Lutschattacken von kleinen Fischen sehr lange und es gibt auch Chancen großes zu fangen. Jeder Fisch mag Tintenfischstückchen. Ein ganzer Tintenfisch (auch lebend) ist dann der Top Köder auf Zahnbrassen.
  3. Ährenfische („Gavun“): Wenn ihr Fischern welche abkaufen könnt ist das einer der besten Köder auf Wolfsbarsche und alles andere was raubt. Die kleinen Stint ähnlichen Fische sind mit der Angel nicht zu fangen, da sie reine filtrierer sind.
  4. Muschelfleisch: Auch das Fleisch von Mießmuscheln oder anderen Muscheln hält oft nur schlecht am Haken und sollte entweder gut mit Ködergummi umwickelt werden oder ganz frisch sein.
  5. Brot: egal ob billiges Toastbrot oder das leckere kroatische Weißbrot (solange es nicht das Pappbrot ist) sind top Köder auf viele kleine Fische und Meeräschen. Auch ein Teig aus Sardinen und Brot fängt eigentlich alles und ist ein top Köder, stinkt aber leider auch so.
  6. Krebse: ein top Köder vor allem auf Doraden. Krebse richtig anzuködern ist nicht ganz leicht und auch nicht ganz human (je nach Gemüt). Die eine Möglichkeit ist es aber Ködergummi um einen lebenden Krebs zu wickeln und dort den Haken einzuhängen. Die anderen Möglichkeit ist es eines der hinteren Beine abzumachen und den Krebs dadurch zu haken.
Ein Stückchen Tintenfischt hält sehr gut am Haken einfach 2-3x durchstechen und auf den Hakenschenkel drauf
Blau – Weiß – Silbrig: dieser Speed Jig hat ein top Dekor für die Adria Räuber

Spinnfischen  und Kunstköder in der Adria

Eines vorweg: das Spinnfischen ist in Kroatien hartes Brot und man muss schon sehr genau wissen wann wo und wie. Natürlich hat man aber immer mal eine Chance vor allem auf Hornhechte tagsüber und in der Dämmerung auch mal auf Wolfsbarsche. Ganz im Süden auch auf Barrakudas. Weiterhin können überall auch mal Bluefish beißen.

Top Köder dort sind vor allem schlanke silbrig blaue Wobbler und lieber etwas zu klein, als zu groß der 8 cm X-rap in Blau weiß ist ein top Köder aber auch schlanke Wobbler von Yo-Zuri. Ebenfalls gut sind kleine Jigs. Mit Küstenblinkern fängt man maximal Hornhechte. Kleinere Gummifische bis 8cm sind aber auch immer einen Versuch wert.

Eine das ganze Jahr über sehr gut funktionierende Angelei ist das Spinnfischen auf Tintenfische. Dazu schreibe ich sehr bald einen Artikel, denn es ist schon eine sehr spezielle Art zu Spinnfischen.

 

 

 

Gerätekiste

Gerätekiste für den Urlaub an der Adria
Für das leichte bis mittlere Spinnfischen: Spinnrute mit 10-40g Wurfgewicht und wenigstens 2,4 m Länge – etwa die Daiwa Megaforce Travel, welche ich hier getestet habe >> Spinnrolle eine 3000`er mit 14`er geflochtener oder 0,25 mm Monofil ist meist ausreichend Für das leichte bis mittlere Grundangeln: Rute mit 30-80g Wurfgewicht und 2,6 bis 3.6 m Länge je nach Vorliebe mit 30`er bis 35`er Monofiler Schnur bespult. 4000-6000`er Rolle Damit deckst du fast alles ab. Wenn es auf größere Fische (Zahnbrasse, Thune etc.) gehen soll dann wirst du vermutlich sowieso wissen, was du brauchst.

 

Damit deckst du fast alles ab. Wenn es auf größere Fische (Zahnbrasse, Thune etc.) gehen soll dann wirst du vermutlich sowieso wissen, was du brauchst.

Weiterhin habe ich auf dieser Seite eine Übersicht guter Reise >> und Teleskopruten >> , welche wenig Platz weg nehmen und in jeden Koffer passen.

Interessante und häufige Angelfische in der Adria

Schriftbarsche

Sehr häufig und einfach zu fangende Fische, welche bei Felsen und Steinen lauern. Sie beißen eigentlich auf alles vom 60g Jig bis hin zum kleinen Tintenfischfetzen. So hübsch anzusehen das ich bisher jeden released habe. Sie sollen aber gut schmecken.

 

 Meeräschen

Häufig bei Flussmündungen und allen Häfen. Etwas heikle Fische, welche sich aber mit einer Posenmontage und 5-10 minuten anfüttern gut fangen lassen. Auf keinen Fall Meeräschen aus Häfen essen! Diese knabbern die Schiffsrümpfe ab und nehmen anti fouling Gift in sich aus außerdem können sie auch nach Diesel schmecken. Bei Flussmündungen gefangene Meeräschen sind aber gut essbar und ganz gute Speisefische

Meeräsche neben versunkenem Boot.

Conger

Überall wo es Felsen und Steine oder Steinschüttungen gibt nachts einfach mit Sardine zu fangen. In der Adria sind keine riesen zu erwarten und selbst meine – 40 g Spinnrute hat bisher einige gepackt.

Wo Felsen sind, sind auch Conger

Brassen

Eigentlich auch überall anzutreffen und beißen auf alle oben genannten Naturköder. Hier war ein kleines Tintenfischstückchen am 8`er Haken erfolgreich. Ganz gute Speisefische bei ordentlichen größen.

Doraden

Schwer befischt und daher seltener geworden. Doraden lassen sich auf alles fangen, mögen aber inbesondere Muscheln und Muschelfleisch, sowie Krebse. Das es sich um hervorragende Speisefische handelt muss ich wohl niemandem sagen.

Hornhechte

Genau wie bei uns fangbar mit dem Spirolino und Fisch- oder Tintenfisch- Fetzen oder Blinkern und sogar Wobblern. Sehr guter Speisefisch mit grünen und zahlreichen Gräten.

Wolfsbarsch

Schwer befischbar und natürlich ein beliebter Speisefisch. Abends am Hafen mit kleinen Jigs oder Wobblern fangbar. Der Fisch verhält sich sehr ähnlich dem Zander bis auf das sie auch Tagsüber aktiv sein können.

Zahnbrasse

Überall wo es richtig felsig ist und tiefes Wasser vom Ufer aus erreichbar ist fangbar, wenn auch nicht leicht. Nur im Juni ziehen sie ins flache Wasser. Gute Köder sind Speed Jigs oder aber ganze Tintenfische am schweren Gerät. Eine 6 kg Zahnbrasse lässt einen 15 kg Karpfen alt aussehen daher braucht es ordentliches Gerät. Eine Brandungsrute oder aber eine schwere Spinnrute mit 5000+ Rolle und wenigstens 0.18mm geflochtener beim Speed jiggen oder 0.40`er Mono mit starkem Vorfach sind pflicht. Unglaublich starke Fische.

 

Giftige Fische

In der Adria gibt es einige Fischarten mit denen man sehr vorsichtig sein sollte, da sie giftig oder gefährlich sind. Im letzten Kroatienurlaub hatte ich das Vergnügen fast alle der vorkommenden Giftigen Arten fangen zu können und kann euch hier sogar mit Fotos versorgen. Die einzigen giftigen oder Gefährliche Art, die ich nicht gefangen habe waren Muränen und Rochen, wobei diese wohl sehr leicht zu identifizieren sind.

0/6 Haken ist keineswegs zu groß für den ~25 cm Fisch

Großer Roter Drachenkopf

Lauert in allen Tiefen bei Felsen und kriegt das maul nicht voll Genug siehe Foto. Sowohl an der Rückenflosse, als auch an der Afterflosse befinden sich giftige Stacheln. Das gift kann sogar tödlich sein.

 

 

 

 

 

 

Kleiner Drachenkopf

Ebenfalls giftige Flossenstrahlen hat der kleine rote Drachenkopf und sollte mit einer langen Zange vom Haken entfernt werden.

Die erste Rückenflosse aber auch die Dornen am Kiemendeckel sind gefährlich.

Petermännchen

Ein alter bekannter, den es ja auch bei uns gibt. Petermännchen findet man auf sandigem Boden und sie gehen sowohl auf kleine Jigs, als auch auf Naturköder. Ein Guter Speisefisch, wenn man weiß wie man mit ihnen umgeht. Sowohl an der ersten Rückenflosse, als auch am Kiemendeckel befinden sich giftige Stacheln. Mindestens so unangenehm, wie zwei Hornissenstiche auf einmal!

 

 

 

Ich freue mich stets über Kommentare mit Fragen oder Tipps zum Thema sowie konstruktiver Kritik ! 🙂

 

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