Angeln mit dem Futterkorb ein Guide

Unter den Methoden zum Grundangeln zählt das Angeln mit der Feederrute und Futterkorb mittlerweile zu den beliebtesten auf Friedfische, denn der Futterkorb lockt Fische auch von weit her und wir legen einen sehr genauen Futterplatz an und mittendrin unser Hakenköder. Die Methode gehört zu den besten um Brassen, Rotaugen aber auch Barben und co. auf die Schuppen zu legen nur auf Oberflächen nah lebende Fische, wie etwa Lauben sollte man nicht zählen aber auch die habe ich schon mit der Feederrute gefangen. Wie du einfach und richtig Feederst zeige ich dir in diesem Guide.

Die richtige Ausrüstung zum angeln mit Futterkorb

Mosella feederfutter für friedfische
Mit fertigem Futter macht man sicher nichts falsch

Zunächst einmal zur Ausrüstung: Wer einfach nur mal so Feedern möchte und keine großen Futterkörbe werfen möchte sollte vielleicht einfach mal so mit einer Rute mit weicher Spitze und kräftigem Rückgrad losziehen und die Technik probieren. Man muss nur das recht hohe Gewicht eines gefüllten Futterkorbes beachten und entsprechend gefühlvoller werfen. Nur mit Karpfenruten oder dergleichen sollte man nicht feedern, da die Rutenspitzen meist nicht empfindlich genug sind. Am besten für diese Angelmethode sind dennoch eigens dafür entwickelten Feederruten.

An die Rolle stellt diese Angeltechnik keine besonderen Anforderungen anders als beim Klassischen Karpfenangeln brauchen wir keinen Freilauf, weshalb es auch eine Spinnrolle tut. Trotzdem gibt es spezielle Angelrollen zum Feedern und Matchangeln. Wichtig ist eine saubere Schnurverlegung und ein Schnurclip, wieso das lest ihr hier unten im Beitrag.

 

Schnur kommt meist monofile zum Einsatz und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Monofile Schnur entlastet die Rute durch die leichte Pufferwirkung dank der höheren Dehung
  2. Monofile Schnur sinkt, was die Bisserkennung erleichtert und sich kein großer Schnurbogen bilden kann
  3. Sonstige Vor und Nachteile von Monofiler Schnur findest du hier auf meiner Seite >>

Die höhere Dehnung gegenüber geflochtener Schnur und damit minimal schlechtere Bisserkennung wird normalerweise in kauf genommen. Geflochtene Schnüre sind für das Feederangeln auf lange Distanz oder wenn man schwierigkeiten bei der Bisserkennung hat trotzdem eine gute Alternative.

Damit das Angeln mit dem Futterkorb möglichst bequem ist gibt es dafür spezielle Rutenhalter

Das wichtigste zum Schluss und eigentlich selbstverständlich: zum Angeln mit dem Futterkorb braucht es einen Futterkorb

Futterkorbmodelle

Futterkorb gefüllt mit Futter
Der typische und überall erhältliche Futterkorb mit Draht und Gummischlaufe

Es gibt verschiedene Modelle (siehe Bild), die alle ihr Spezielles Einsatzgebiet haben. Generell gilt für Seen und Teiche und Flussabschnitte mit sehr wenig Strömung kann man sehr offene Futterkörbe nehmen oder auch Futterspiralen. Es gibt auch komplett geschlossene Futterkörbe aus Plastik mit kleinen Öffnungen, diese sind dafür gedacht, um mit Maden oder Würmern befüllt zu werden, was insbesondere für Barsche eine top Methode ist, da diese sehr auf die Bewegung dieser reagieren.

Für das Gewicht der Futterkörbe gilt wie fast immer so leicht wie möglich so schwer wie nötig. Daher sind zum Beispiel im Rhein Körbe mit 100-200 g nötig, während im kleinen See auch mit 10 g gefischt werden kann. Wichtig ist das der Futterkorb auch im leeren Zustand noch an Ort und Stelle bleibt und nicht abtreibt. Mit schweren Körben hat man auch immer einen gewissen Selbsthakeffekt.

Achtung: inzwischen sieht man gerade im Internet öfter mal Futterkörbe mit vielen vormontierten Vorfächern und Haken, diese sind natürlich nicht erlaubt. Je nach Gewässerordnung können aber ein Vorfach mit zwei Haken erlaubt sein.

 

Montage zum Futterkorbangeln

Es gibt Zahlreiche Montagen zum Angeln mit Futterkorb, die einfachste Montage auch zum Angeln mit einer normalen nicht Feederrute ist wohl die Feederboom Montage, welche im Prinzip einer Freilaufmontage entspricht. Nur das wir hier den Futterkorb nicht in die Hauptschnur einhängen, sondern an ein auf der Hauptschnur gefädelten Feederboom. Dieser verhindert fast immer sehr effektiv, dass sich unser Vorfach verwickelt. Die andere häufig genutze Montage ist die Schlaufenmontage. Der Selbsthakeffekt ist aber bei einer Festen Seitenarmmontage am besten, dann sollten aber auch lieber schwerer Futterkörbe genutzt werden.

Die Vorfachlänge beim Feedern

Die richtige Länge des Vorfachs zu wählen ist eine kleine Kunst für sich. Meist verwendet man recht Vorfächer von 45-70 cm Länge. Bei vielen Fehlbiss und sehr vorsichtigen Fischen nimmt man eher längere Vorfächer vor allem im Winter. Das kann dann auch mal bis über 140 cm sein. Währenddessen im Sommer oder wenn die Fische am Platz sind und gierig sind, bieten 20-40 cm lange Vorfächer die genauere Bissanzeige und die Fische schlucken nicht so schnell. Mit der zuerst genannten goldenen Mitte liegt man aber nie richtig falsch.

Mein einfaches Basisfutter Rezept

Besteht zum größten Teil aus 500g Paniermehl und etwas Aroma zum Beispiel einem Fläschchen Anis oder Vanillearoma aus dem Supermarkt. Manchmal strecke ich auch einfach eine Fertigfuttermischung mit Paniermehl, wenn ich besonders faul bin. Zusätzlich kommen eine Hand voll 1,5 oder 3 mm Pellets, nicht zu vergessen sind noch ein paar Maden, Würmer oder mit was auch immer ich auch am Haken habe. Fast immer nehme ich auch etwas Dosenmais mit ins Futter, den ich mit der Hand etwas zerquetsche damit er mehr Aroma frei gibt. Wie ich das ganze vermische steht unter der nächsten Überschrift.

Pellets und Maden im Eimer
Pellets und Maden kommen bei mir in fast jedes Futter
Futter zum Feedern im Eimer
Etwas Paniermehl darüber
Futtermischung im Eimer
Noch etwas von einer aromatischen Fertigmischung drauf und ab geht es zum Wasser, um das Futter anzufeuchten

 

 

 

 

 

 

 

Das Rezept funktioniert so fast überall ganz einfach weil wirklich viele so oder so ähnlich Fischen und die Fische das Futter kennen. Fast alle Angler fischen mit Mais und füttern damit auch an, deshalb funktioniert Mais auch so hervorragend auf alle Friedfische.

So machst du dein Futter für den Futterkorb an

Angelfutter richtige Konsistenz
Der Futterballen zerbricht nach leichtem Daumendruck

Der größte Fehler, den viele Anfänger machen ist es aus einem Grundfutter einen Teig herzustellen, den man super kneten kann und vielleicht sogar als Hakenköder nehmen kann, der sich aber nicht vom Futterkorb löst und die Fische im schlimmsten Fall satt macht. Sinn und zweck des Futters ist es eine Futterspur und damit auch eine Duftspur im Gewässer zu verbreiten. Deshalb muss unser Futter sich vom Korb lösen. Der Trick ist also das Futter nicht zu feucht zu machen sondern schritt für Schritt etwas anzufeuchten. Das geht folgendermaßen indem ich mit sehr wenig Wasser anfange und dann erstmal das Futter ordentlich rühre. Anschließend gebe ich noch einmal etwas Wasser hinzu, bis ich die gewünschte Konsistenz habe. Wenn das Futter fertig ist zieht es noch etwas Wasser so, dass man nach 20-30 Minuten einmalig noch etwas Feuchtigkeit hinzugeben kann, falls das Futter zu trocken geworden ist.

Für einen langsam fließendes Gewässer ist das Futter dann genau richtig, wenn man einen Ballern formen kann, der sich bei verstärktem Druck mit dem Daumen aber zerfällt. Der Feederprofi siebt sein Futter auch noch bevor er es verwendet, um alle groben Partikel und Futterklumpen auszuschließen. Ich persönlich finde das nicht wirklich schlimm, wenn ein paar klümpchen im Futter sind.

Seine Futterbälle in Aktion sehen
Chris Tipp: wenn man sich nicht sicher ist, ob das Futter die richtige Feuchtigkeit hat: einfach mal einen kleinen Futterball formen und direkt vor die Füße ins Wasser werfen, dann siehst du ob sich der Futterball schnell auflöst und sich eine Futterwolke bildet.
Futterwolke im Wasser
So soll das Ganze aussehen: eine Futterwolke bildet sich

Sonderfall schnell fließender Strom

Hier darf das Futter deutlich mehr kleben und man kann etwas mehr Wasser hinzugeben, da es sich dank der reißenden Strömung trotzdem aus dem Futterkorb löst.

So angelt man mit dem Futterkorb

Hier einmal ganz einfach alle Schritte aufgelistet, wie man nun in der Praxis mit dem Futterkorb angelt:

  1. Futter anrühren und ziehen lassen
  2. Entweder mit dem Futterkorb anfüttern (3-6 mal) oder aber Punktgenau Futterballen einwerfen
  3. Montage mit Futterkorb und Hakenköder an die Futterstelle werfen
  4. Nachdem die Montage am Grund ist einmal der Vorfachlänge entsprechend Schnur einholen, dann liegt der Köder exakt im Futter
  5. Die Montage auf leichte Spannung bringen, damit sich die Rutenspitze leicht krümmt
  6. Die Schnur sollte nun im 45° Winkel von der Rutenspitze weggehen
  7. Rutenspitze permanent beobachten
  8. Biss, Drill und Fisch!

So sieht natürlich der Idealfall aus, doch nicht immer beißt es so schnell. Die meisten Profis halten ihre Rute dennoch permanent in der Hand und fischen auch meist nur mit einer, denn sind die Fische erst einmal am Platz folgt Biss auf Biss. Wichtig ist auch

Anfüttern mit dem Futterkorb

Um unseren Futterplatz nicht zu sehr zu Streuen und immer wieder dieselbe Stelle anzuwerfen gibt es folgenden Trick. Zunächst sucht man sich am anderen Ufer eine markante Stelle oder ein Objekt und wirft fortan immer in diese Richtung, um dann dann noch immer gleich weit zu werfen clipt man die Schnur nach dem ersten Wurf an die richtige Stelle in den Schnurclip oder Rolle.

 

 

 

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