Aquarium mit einheimischen Fischen

Heute möchte ich mich einmal mit einem etwas anderen Thema befassen. Viele von uns Anglern haben auch einen Teich oder ein Aquarium zu hause stehen und was liegt da näher als einmal ein Aquarium oder einen Teich mit einheimischen Fischen zu besetzen, um deren verhalten zu studieren. Mir persönlich haben Guppys und co. nie so gut gefallen, wie „richtige Fische“ also Hecht, Zander, Barsch oder Karpfen. Jedoch ist deren Haltung nicht ganz einfach vor allem nicht in einem Aquarium, selbst mit kleinen Köderfischen ist es nicht so leicht hier ein paar Tipps was man über das Thema wissen sollte.

Barramundi im Aquarium
Nicht ganz einheimisch: sogar Barramundi lassen sich im Aquarium halten

Schon als Kind hatte ich ein 100 l Aquarium (Meine Empfehlung: Gute Aquarium Komplettsets mit Testberichten) mit zwei Schleierschwänzen und einem echten kleinen Spiegelkarpfen, das ging natürlich aber nur eine Saison, da der Karpfen schnell gewachsen ist. Seitdem lebt er im Gartenteich weiter und ist zu einer stattlichen Größe herangewachsen. Derzeit habe ich einen Teich als auch einige Aquarien mit nicht gerade klassischen Fischen, nämlich Tilapien das ist einer der meist gezüchteten Aquakulturfische aufgrund ihrer Robustheit, schnellem Wachstum und Resistenz gegen Stress und Handling. Die Fische sind gerade in Aquaponic Anlagen sehr beliebt und stellen mich vor ähnliche Herausforderungen wie einheimische Fische.

Es ist toll Fische in ihrem Element zu beobachten und sie bei der Beutesuche oder beim Jagen auch von Kleintieren zu beobachten. Sogar die Nahrungsaufnahme von Würmern kann aufschlussreich sein und uns Anglern einige Fragen beantworten. So ist das ganze ein sehr spannendes Thema und die Aquaristik ein spannendes Hobby.

Einheimische Fischarten aussetzen

Viele einheimische Fische werdend recht groß und wachsen schnell aus dem Becken raus es sei denn man hat ein 10.000 liter Becken. Selbstverständlich dürfen Fische niemals in natürliche Gewässer oder Angelgewässer ausgesetzt werden. Denn das ist aus gutem Grund verboten, wie jeder Angler wissen sollte. Denn dies kann zur Verbreitung von Krankheiten führen und auch Neozoen also nicht einheimische Fische können sich so verbreiten und unsere Gewässerökosysteme verändern und einheimische Arten verdrängen. Ein Beispiel dafür ist der Sonnenbarsch, ein beliebter Aquarienfisch, welcher mittlerweile in vielen deutschen Gewässern lebt, wo er nichts zu suchen hat und sich rasant vermehrt. Auch das aussetzen von Amerikanischen Krebsen durch Aquarianer hat zur Übertragung der Krebspest und Vernichtung der Edelkrebsbestände in Deutschland geführt

Diese einheimischen Fische kann man in einem Aquarium halten

Flussbarsche im Aquarium
Flussbarsche in einer Professionellen Anlage mit Frischwasserzufuhr

Generell kann man bei einer entsprechenden Beckengröße fast alle Fische in einem Aquarium halten, doch braucht es teils viel Know-How, denn Wasserqualität, Beckengröße und vor allem Futterart und Qualität sind wichtig. Ich kenne ein paar Angler, die auch mal einen kleinen Hecht oder Zander in einem Aquarium hatten, doch ist die Nahrungsbeschaffung recht schwierig, da ein Zander kein Pelletiertes Futter aus dem Laden annimmt, insbesondere nicht wenn sie klein sind. Ebenso wählerisch sind auch Flussbarsche, deren Haltung nicht gerade einfach ist. Zwar lassen sie sich umgewöhnen, aber das ist eher etwas für die Profis in der Aquakultur oder von Großaquarien wie in Zoos oder Sea Life. Von Salmoniden sollte man auch die Finger lassen, da diese extrem empfindlich auf hohe Temperaturen und Stickstoffverbindungen (Ammonium, Nitrit und Nitrat) im Wasser sind. Mit einer Durchlaufanlage lässt sich auch das realisieren doch sind Forellen und Co. extrem empfindliche Fische.

Arten die unter Naturschutz stehen sind ebenfalls tabu, solange sie nicht aus einem Zoogeschäft kommen. Auch nicht jeder kleine Fisch lässt sich gut im Aquarium halten: Lauben brauchen zum Beispiel viel Platz und sind schwierig zu halten. Trotzdem lassen sich einige einheimische Arten sehr gut im Aquarium halten sogar auf dauer.

Generell lassen sich fast alle Teichfische, welche es auch im Zoohandel gibt gut im Aquarium halten meist gibt es Bitterlinge, Karauschen oder Moderließchen in vielen Zoofachgeschäften zu kaufen. Wie schon geschrieben lassen sich auch Karpfen im Aquarium halten doch nur bis einer Größe von 20-30 cm in einem wenigstens 500 liter Aquarium.

Das brauchst du für ein Aquarium mit einheimischen Fischen

Für ein Aquarium mit einheimischen Fischen kann man sich manche Dinge, wie einen Heizstab sparen. Trotzdem braucht es etwas Technik und auch Einrichtung.

  1. Ein eingelaufenes Aquarium wenigstens mit 80 l, wie das geht steht weiter unten
  2. Einen Filter
  3. Bodengrund, wie Kies
  4. Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln und Steine
  5. Ein paar Wasserpflanzen
  6. Einen Säuberungstrupp aus Schnecken
  7. Aquariumfutter

Aquarium richtig einlaufen lassen

Karpfen auf Hand
Karpfensetzlinge lassen sich noch eine Weile im Aquarium halten

Bevor man Fische in ein Aquarium einsetzen kann sollte man es wenigstens 14 Tage komplett eingerichtet mit angeschaltetem Filter einlaufen lassen. Damit stellt man sicher, dass sich die wichtigen Bakterien bilden können, welche die giftigen Stoffwechselprodukte (Ausscheidungen) der Fische in weniger giftige umwandeln. Etwas beschleunigen kann man den Prozess durch die Zugabe lebender Bakterien oder etwas Teichschlamm, doch kann man sich damit auch allerhand ungewollte Tierchen einfangen. Besser ist es zum Beispiel ein paar Teichschnecken einzusetzen, welche man etwas mit Flockenfutter füttert und so mit das Wachstum der natürlichen und nützlichen Bakterien fördert

Pflege eines Aquariums

Neben dem Füttern bedarf ein Aquarium einiges an Pflege. Das wichtigste ist wohl ein regelmäßiger Wasserwechsel von rund 10-20 % des Wasservolumens wöchentlich. Wichtig ist, das das frische Wasser eine ähnliche Temperatur, wie das Aquarienwasser hat. Viele Fische vertragen schnelle Temperaturschwankungen nicht gut. Ansonsten muss man den Filter regelmäßig säubern. Am besten macht man das mit dem Wasser, welches man aus dem Aquarium abgelassen hat. Das ist am besten für die im Filterschwamm oder Medium angesiedelten Bakterien.

Mein Tipp ist es einen möglichst großen Aquarienfilter zu nehmen am besten einen Außenfilter von z.B. Eheim und lieber überdimensionieren, als unterdimensionieren. Denn das spart zeit und gibt dem Becken mehr Stabilität. Wichtig ist es auch die Fische niemals zu überfüttern oder zu viele Fische einzusetzen. Sonst muss man öfters Wasser wechseln und mehr Zeit in die Pflege investieren.

 

 

 

Wie sind eure Erfahrung mit einheimischen Fischen im Aquarium ? Schreibt mir doch einfach ein Kommentar. Auch bei Fragen zum Thema Aquarien, Technik und Filter könnt ihr mich gerne fragen, da ich ein versierter Aquarianer bin.

 

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