Daiwa Megaforce Reiserute Bericht

Eine solide Reiserute für teils deutlich unter 100€ ist die Daiwa Megaforce travel spin. Die Spinnrute gibt es in verschiedenen Wurfgewichten für fast alle Räuber die man im Urlaub angeln kann. Ich habe die leichte Variante mit 10-40g in 2,4m auf den Philippinen ausgiebig getestet. Die Rute hat eine sehr schnelle Aktion und wurde mit allen Warmwasser räubern fertig, die ich bisher fangen konnte. Darunter auch einige große Messerfische und andere starke Kämpfer.

Testbericht

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist durchweg positiv die Rute liegt sehr leicht und gut in der Hand. Kleine Verarbeitungsfehler sind leider zu finden wie etwa kleine Lacknasen an einer Steckverbdindung, die aber einfach mit dem Skalpell entfernt wurden. Das gibt natürlich Abzüge in der Bewertung. Ansonsten konnten keine Mängel festgestellt werden und die Steckverbindungen sind gut verarbeitet und sitzen gut. Der Schraubrollenhalter ist ordentlich und nimmt verschieden große Rollenfüße gut auf und hält sie fest.. Etwas vermissen tue ich jedoch eine Hakenöse am Griff, auch wenn man sich so etwas selber basteln kann. Die

Daiwa megaforce travel auf Stoff hülle
Das Stoffetui schützt zumindest vor Kratzern.

Rute kommt in einem einfachten Stoff Etui mit verschieden großen Taschen für die vier Rutenteile.

Dreistegiger Leitring Daiwa Megaforce
Dreisteg Ringe sind stabiler und weniger empfindlich.

Der erste Schwabbeltest zeigt schon: die Rute ist recht hart und wird sicher in Deutschland auch als Gummifischrute taugen. Einen Stabilen Eindruck machen auch die Rutenringe: der Leitring und der erste Ring sind Dreistegringe ansonsten sind stabile Zweistegringe verarbeitet. Zwei und Dreistegringe sind zwar etwas schwerer, aber auch deutlich stabiler als Einstegringe. Verbiegen sich nämlich Rutenringe und man biegt sie zurück, so entstehen schnell Schwachstellen und die Ringe können abbrechen.

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Das Design

Die Rute hat ein schönes aber zurückhaltendes Design mit schwarz und matt grauen Blank mit silbernen Zierwicklungen. Der Korkgriff ist ok und fühlt sich gut an, ist jedoch sicher nicht das teuerste Korkprodukt.

  

                                       Praxistest

 

Kaptialer Clown Messerfisch
Dieser Kapitale Messerfisch war 77cm lang und hat hart gekämpft. Messerfische können rückwärts schwimmen, was den Drill besonders interesannt macht. Außerdem springen sie oft im Drill.

Der Praxistest findet auf den Philippinen statt. Ich habe nun bereits 2 Woche mit der Rute auf einer Halbinsel an einem großen Süßwassersee verbracht. Bisher habe ich nur gutes von der Rute zu berichten sie hat den Transport gut überlebt, obwohl das Hardcase des Koffers in dem sie war zersprungen ist und sie nicht extra gepolstert war, außer das sie zwischen Kleidung lag.

Die Aktion der Rute ist relativ hart biegt sich aber unter starker Belastung bis ins Handteil. Wenn man in Asien ist, so darf Reis natürlich nicht fehlen und leider sind an den Häfen viele leere Reissäcke. Doch auch die Tüte eines 25kg Reissacks konnte problemlos an land gebracht werden, natürlich ohne Reis aber immerhin mit viel Wasser widerstand und Gewicht. Diese erste Belastungsprobe gab mir schon einmal viel Zuversicht in die stärke der Rute. Natürlich haben sich die Zuschauer sehr über meine großen „Fänge“ gefreut.

Starke Fische

Es gibt in dem See, der etwa doppelt so groß wie der Bodensee ist und maximal 5m tief nicht nur Reissäcke, sondern auch Fisch. Inzwischen habe ich mit der Rute einige Fische gefangen: diverse Tilapienarten (Oreochromis Niltoticus und Sarotherodon spp.), sowie einen afrikanischen Wels (clarias gariepinus), einen Amerikanischen Wels und einige Clown Messerfische waren dabei. Besonders interessant als Sportfisch ist der von Aquarianer einst in den See ausgesetzte Messerfisch (chitala ornata). Die Fische kommen hier regelmäßig an die Wasseroberfläche, um Luft zu atmen und haben feste Standorte. Leider sind die Fische erst abends richtig aktiv und dann sollte man hier nicht mehr unbedingt alleine herumlaufen. Deshalb habe ich es hauptsächlich am Tage versucht mit durchweg akzeptablem Erfolg.

Was mich vor allem an der Rute überzeugt hat war die unglaubliche Feinfühligkeit und Robustheit auch mal 1kg Fische über Pflanzen zu heben. Und selbst feinste Bisse direkt bis in den Rutengriff zu spüren. Das hätte ich einer vierteiligen Rute nicht zugetraut. Die Robustheit und Kraft des Blanks brauchte es auch immer wieder um Fische über die Wasserlilien am Rande des Sees zu heben, oder sie davon abzuhalten sich im Kraut festzusetzen. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl die Ruten an grenzen zu bringen. Die Messerfische sind im Drill mehrmals gesprungen und haben eine wahnsinnige Kraft. Aber auch die kleineren Welse haben stark gekämpft und teils wirklich ordentlich Schnur von der Rolle genommen und dabei sehr hart in die Rute geschlagen. Das Fischen mit der Rute hat wirklich Spaß gemacht!

Die schon erwähnte Rückmeldung der Rute ist ebenfalls sehr gut kleine Zupfer oder das aufschlagen eines Gummifischs auf Grund kommen sehr deutlich im Handteil an. Das Reale Wurfgewicht der Rute ist auch weiter gestreut als angegeben. 50 Gramm lassen sich noch voll durchziehen und selbst 3,5g kleine Wobbler lassen sich noch akzeptabel werfen. Die Rückstellgeschwindigkeit ist hoch und ermöglicht so ohne viel Kraftaufwand sehr weite würfe. Auch Anhiebe auf Distanz und vor allem in die sehr harten Mäuler der Welse und Tilapien gelangen immer und kein Fisch ist bisher im Drill verloren gegangen.

Am Meer

Auch Welse sind hart Kämpfer, vor allem dieser afrikanische.
Auch Welse sind hart Kämpfer, vor allem dieser afrikanische.

Die fängigen Köder waren in diesem sehr trüben und eutrophen See meist Naturköder, da hier scheinbar alle Fische ihre Nahrung hauptsächlich über den Geruch wahrnehmen. Also waren Würmer und Köderfische die erste Wahl und fingen auch sehr gut, wenn man an der richtigen Stelle war.

Einen kurzen Einsatz am Meer gab es auch. Leider war an der Stelle, wo ich war nichts zu holen. So habe ich neben Kunstködern auch mit Naturködern geangelt und die Rutenspitze als Bissanzeiger genommen. Die Rutenspitze zeigt wirklich gut auch feine Bisse bzw das anknabbern des Köders von Krebsen und Kleinfisch an. Korrosion der Ringe war nach einem zwei tägigen Einsatz mit anschließendem Abspülen nicht festzustellen.

Den Praxistest hat die Rute mit sehr gut bestanden. Die Rute war mit Sicherheit kein Fehlkauf und ich kann sie bedenkenlos weiterempfehlen. Mich hat vor allem das starke Rückgrad und die sehr straffe Aktion überzeugt, die im Drill dann auf die ganze Rute übergeht. Auch die sensible Spitze mit sehr guter Bissübertragung ist für eine Reiserute bemerkenswert.

Update: Bei meinem letzten Trip am Mittelmeer hat die Rute eine verdammt gute Figur beim Speed Jiggen mit kleinen Jiggs von 8-25 g gemacht dazu war die Aktion einfach optimal.

 

Übersichtstabelle der Verschiedenen Modelle

Länge (in Meter)Wurfgewicht (in gramm)Gewicht (in gramm)Transportlänge (in cm)Teile
2,410-40160664
2,430-70180664
2,715-50195744
2,730-70210744
2,4100-200280664

Anmerkung: Die Letzte Rute mit 100-200g Wurfgewicht ist die Travel Pilk. Die anderen Modelle sind Travel Spin.

 

 

 

Ein Messerfisch im Drill.
Ein Messerfisch im Drill.

Fazit

Die Daiwa Megaforce Travel wird mich nicht nur auf den Philippinen weiter begleiten sondern wird auch in Deuschland und als mittlere Allround Spinnrute und zum faulenzen herhalten. Ich traue der Rute viel zu und das einzige Manko bleibt die fehlende Hakenöse und die leichten Verarbeitungsfehler bei meinem Modell. Ihr Geld war die Rute trotzdem Wert. Die UVP liegt zwar bei 100€, meist kann man die Rute aber schon günstiger haben. Die Rute könen sie hier auf Amazon ansehen.

Kleiner Nachtrag: Ich würde nicht noch einmal eine Rute mit Korkgriff mit in die Tropen nehmen und lieber nur Ruten mit EVA Griff nehmen. Lagert man die Rute nicht permanent perfekt gammelt der Kork sehr schnell an!

Daiwa Megaforce Travel

Daiwa Megaforce Travel
8.7

Preis Leistung

9/10

Verarbeitung

8/10

Praxis

10/10

Pros

  • Starke Rute
  • Sehr feinfühlig
  • Schnelle Aktion

Cons

  • Kleine Verarbeitungsfehler

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