Angelrollen

Kastking Royale Legend China Baitcaster im Test

Baitcaster Rollen kommen derzeit schwer in Mode. Die oft genannten Vorteile sind die Langlebigkeit, Stabilität, präzisere Würfe und auch das die Schnur direkt von der Spule kommt und nicht, wie bei Stationärrollen, umgelenkt werden muss, was wiederum den so ungeliebten Schnurdrall komplett verhindern kann.
Doch hierzulande fischen die meisten Angler hauptsächlich mit Stationärrollen und
diejenigen, welche umsteigen möchten suchen oft nach einer günstigen Einsteiger Rolle, um mal die „Baitcaster luft“ zu schnuppern. Viele wollen dabei auch nicht viel Geld ausgeben. In Angelforen wird dann schnell empfohlen sich eine ~100€ Rolle zu kaufen, doch nicht jeder möchte gleich so viel Geld ausgeben.

Vielleicht ist die Kastking Royale legend, eine 2016 erschienene und überarbeitete Version der alten Kastking Royale eine geeignete Rolle? Ob die Rolle als Einsteigerbaitcaster taugt, oder ob man in China für rund 27-50€ nicht sogar eine hochqualitative Rolle bekommt, die hier gut und gerne über 100€ kosten würde, möchte ich hier testen.

Erster Eindruck

Die Royale legend ist eine low profile Baitcaster Rolle und macht alleine optisch schon einiges her. Schön ist sie auf jeden Fall anzusehen.
Beeindruckend auf dem Papier sind auch die 12+1 Kugellager und tatsächlich kurbelt die Rolle aus dem Karton heraus schön leicht.
Ein weiteres herausragendes Feature der Rolle sind die zwei Wurfbremsen, die so auch nur in extrem teuren high end Baitcastern verbaut sind nämlich sowohl eine Fliehkraftbremse als auch eine Magnetbremse. Beide zusammen sollten eine sehr fein einstellbare Wurfbremse ergeben. Die Magnetbremse hat 12 Stufen, die sich anglerfreundlich schnell von außen an einem Drehknopf einstellen lassen. Um an die Fliehkraftbremse zu kommen, muss man wie üblich das Gehäuse öffnen. Die Fliehkraft Pins kratzen nicht und behindern auch den Lauf bei diesem Modell nicht.

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Auffallend ist auch die sehr hohe Übersetzung sonst sind viele Baitcaster nichts für schnellere Köderpräsentationen, da diese oft mit sehr geringen Übersetzungen daherkommen. Hier gibt es eine Übersetzung von 7,0:1! Und wo wir gerade beim Kurbeln sind… die Doppelkurbel mit den Drehknöpfen liegen sehr gut zwischen den Fingern und sind, was wichtig ist, auch feucht rutschfest!
Die unendliche Rücklaufsperre tut ihren Dienst, wobei in zwei Kurbelpositionen minimales Spiel festzustellen ist. Wer einmal die Rolle auseinander nehmen möchte kommt sehr schnell an ihr inneres dank eines einfachen Hebels.

 

Ihr Gewicht wird mit 213g angegeben.  Gemessen habe ich 217 Gramm, was so noch völlig im Rahmen ist. Die Baitcaster bleibt ein Leichtgewicht
Die maximale Bremskraft beträgt laut Hersteller rund 6 kg und lässt sich an der Sternbremse sehr fein einstellen. Mit einem Zugtest konnte ich 5,5 kg bestätigen! Dazu musste ich erstmal eine dickere Schnur aufspulen. Die Bremse läuft außerdem auch ruckfrei an, so wie es sich gehört.
Die Schnurkapazität ist mehr als ausreichend von einer 0,26 mm Schnur passen 180 Meter auf die Spule und von einer 0,30`er immer noch 110 m. Die Spule einer Baitcaster muss auch nicht immer voll gefüllt sein, so wie die einer Stationärrolle, da die Wurfweite hier kaum leidet. Ein amerikanischer Teamangler der Marke benutzt die Rolle für das Angeln vom Kajak im Meer. Laut Hersteller ist sie auch Salzwasserfest.

Wurfverhalten

Mit etwas Übung kann man mit der Rolle super werfen. Ein Anfänger sollte die Rolle dennoch gut einstellen. Die Rolle wirft nämlich recht stark, daher muss man meist die Wurfbremsen recht dicht machen. Ich empfehle ein etwas zäheres Rollenöl zu verwenden, das macht die Sache deutlich leichter. Meine Rolle war auch ordentlich geölt, hier wurde nicht gespart. Wenn man sich mit der Rolle etwas angefreundet hat und sie richtig einstellt, dann geht sogar voll durchziehen und man muss nicht einmal mit dem Daumen bremsen. Etwas Übung macht hier den Meister.

Das von mir festgestellte Wurfgewicht für die Rolle sind rund 10-40 Gramm. Etwas mehr und weniger geht auch, ist aber nicht optimal.

Meine Empfehlung zu guten Wurfwergebnissen und Einstellen der Baitcaster:

  • Schritt 1: Wenigstens 2 der Pins herausdrücken
  • Schritt 2: Magnetbremse auf 0 stellen
  • Schritt 3: Spulenbremse so einstellen, dass der Köder langsam und konstant nach unten gleitet
  • Schritt 4: Magnetbremse auf mindestens 7 stellen
  • Schritt 5: Werfen!

 

Fazit

Die Rolle ist auf jeden Fall sehr solide und ihr Geld mit Sicherheit mehr als Wert. Vergleichbares kostet hier 20-50% mehr. Man bekommt also sehr viel Baitcaster für kleines Geld. Ich empfehle Anfängern erst einmal auf eine Wiese oder freie Fläche zu gehen und vorsichtig das Werfen mit einer Baitcaster zu üben. Wenn man die Rolle halbwegs beherrscht, kann es dann auch problemlos ans Wasser gehen. Für Angler die Baitcaster Rollen beherrschen kann ich die Rolle relativ uneingeschränkt empfehlen, aber die werden vermutlich besseres wollen. Die Haibo Steed MS soll wohl eine deutlich bessere Baitcaster sein, diese kostet dann aber auch doppelt so viel. Mein Vertrauen hat die Rolle und ich werde noch viel mit ihr Fischen gehen. Die Rolle hat das Zeug zum Geheimtipp für kleines Geld, kann aber sicher nicht mit 80€+ Abu Rollen mithalten.

Die Rolle gibt es Hier meist für unter 30€. Hinweis: wer die Kurbel seiner Stationärrolle bisher mit der linken Hand bedient hat, kauft sich meist eine „linkshandrolle“. Eine Rolle mit der Kurbel auf der rechten Seite ist also etwas für Linkshänder. 

Die Technischen Daten der Kastking Royale legend noch einmal im Überblick

KugellagerÜbersetzungMaximale BremskraftGewichtSchnurkapazität
12+17.0:15,5 kg~217 Gramm0,26mm/180m; 0,28mm/150m;

0,30mm/110m

 

Wichtig hier: es gibt spezielle Rutengriffe für Baitcasterrollen mit einem sogenannten Trigger auf dem der Zeigefinger ruhen kann. Dies ist für den Einsteiger nicht nötig, denn man kann mit seinen gewohnten Ruten weiter fischen, es empfiehlt sich lediglich eine Rute mit möglichst vielen Rutenringen zu wählen, sonst geht die Schnur unter den Blank. Wer für das Baitcasterangeln feuer gefangen hat der kann sich ja noch später mit einer entsprechenden Rute ausstatten. Ein Test von Baitcasterrruten wird hier auch noch folgen.

Kleines Update: Inzwischen werfe ich mit der Rolle problemlos stundenlang ohne irgendwelche Perücken und bremse bei Ködern ab 20g mit dem Daumen. Einer meiner Fehler war zunächst eine billigere Monoschnur aufzuspulen, mit der es viel ärger gab. Nun habe ich die Kastking braid augespult und kann mich nicht beschweren. Wenn der Daumen gelernt hat was zu tun ist, dann muss man auch nicht bei jedem Köder die Rolle neu einstellen. Ich habe die Baitcaster momentan ohne Pins, die Magnetbremse auf 6 und Spulenbremse eigentlich viel zu locker eingestellt und stelle nur die Spulenbremse manchmal noch etwas nach.

Kastking Royal Legend Baitcaster

7.8

Preis-Leistung

8.0/10

Robustheit

7.5/10

Praxis

7.5/10

Technik

8.0/10

Pros

  • Günstig
  • Starke Bremse
  • Aluspule
  • Carbon Bremsscheiben

Cons

  • Man hört hin und wieder von Montagsmodelen
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Chris

Seit über 20 Jahren völlig angel verrückt und absoluter Allrounder. Mehr Informationen über mich und die Website findest du hier.

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